Gesundheitstipp von
Univ. Prof. Dr. Siegfried Meryn
Nasenpolypen sind Gewebswucherungen der Nasenschleimhaut, die infolge einer chronischen Entzündung der Nasenhöhle und der Nasennebenhöhlen entstehen können. Weltweit sind etwa zehn Prozent der Gesamtbevölkerung davon betroffen. Häufigster Ursprungsort sind die sogenannten Siebbeinzellen, die am Dach der Nase zwischen den Augen liegen. Aber auch die anderen Nebenhöhlen, wie Stirnhöhle, Keilbeinhöhle oder Kieferhöhle, können Ausgangsort für Polypen sein. Diagnostiziert werden sie meist mittels Röntgen oder CT. Auch eine Biopsie kann nötig sein. Meist aber gibt bereits das Gespräch mit dem Betroffenen entscheidende Hinweise für den behandelnden Arzt.
Die Symptomatik
Kleinere Nasenpolypen nehmen die meisten Menschen gar nicht wahr – erst ab einer gewissen Größe kommt es zu Beschwerden. Und diese können weit über das typische Symptom einer ständig verstopften Nase hinausgehen – mögliche Auswirkungen sind Riechstörungen, Schnarchen, Mundgeruch oder Atemprobleme. Eine der ersten Auffälligkeiten sind immer wiederkehrende Entzündungen der Nasennebenhöhlen, ein plötzliches Druckgefühl im Nasen- und Nebenhöhlenbereich. Viele Betroffene berichten auch von Kopfschmerzen, einem schleimigen Husten oder dem Gefühl, im Rachen Schleim hin und her zu ziehen. Das kann wiederum Auswirkungen ähnlich einer leichten Bronchitis haben. Im Allgemeinen fühlen sich Betroffene einfach unwohl.
Was kann man tun?
Die Therapie der Wahl ist abhängig von der Lokalisation und den Ursachen. Von Nasensprays bis Medikamenten zum Einnehmen gibt es einiges. Auch chirurgische Eingriffe und Immuntherapien, besonders bei Vorliegen einer Allergie, sind möglich. Oft muss etwa noch eine Zeit bis zur Operation überbrückt werden; dann geht es darum, die Nasenatmung zu verbessern. Die einfachste Lösung ist das Inhalieren oder das Verabreichen von Kochsalzlösungen. Diese gibt es in der Apotheke auch schon fertig als Spray für die Nase. Die Kochsalzlösung lässt die Schleimhaut abschwellen und man bekommt somit besser Luft. Relativ gut bewährt haben sich auch die guten alten Hausmittel wie Eukalyptus oder Inhalationen. Besonders Letzteres beruhigt und befeuchtet die gereizten Schleimhäute.
Viele Betroffene berichten, dass es vor allem abends beim Niederlegen besonders schlimm wird und auch Partner berichten, zunehmend Schnarchen wahrzunehmen. Hier können Nasensprays mit Cortison Abhilfe schaffen – aber unbedingt immer nur nach Absprache mit Ihrem Haus- oder HNO-Arzt: Cortisonhältige Präparate darf man nicht lange einnehmen. Sie führen aber auch zu einem Abschwellen und damit einer erleichterten Nasenatmung.
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