Gesundheitstipp von
Univ. Prof. Dr. Siegfried Meryn
Gerinnungshemmende Medikamente, oft Blutverdünner oder die neuen Formen Antikoagulanzien genannt, verhindern gefährliche Blutgerinnsel, ohne das Blut wirklich zu verdünnen. Sie hemmen die Plättchenaktivität oder die Wirkung von Gerinnungsfaktoren und schützen so vor Schlaganfall, Herzinfarkt oder einer Thrombose.
Die Einnahmegründe
In Österreich nehmen etwa 100 000 Menschen regelmäßig Blutverdünner ein. Eingesetzt werden sie zum Beispiel zur Thromboseprophylaxe. Welche Verschreibungsgründe gibt es noch und worauf muss man bei der Einnahme achten? Die häufigste Ursache für die Einnahme ist, wenn Menschen Vorhofflimmern haben, also einen unregelmäßigen Herzrhythmus. Hier besteht die Sorge, dass sich ein Gerinnsel löst und zu einem Schlaganfall führt. Andere Ursachen sind wie erwähnt Thrombosen, also die Verstopfung einer Vene. Auch im Falle von Embolien – etwa einem Lungeninfarkt –, wenn sich ein Gerinnsel löst, werden Blutverdünner eingesetzt. Oder auch, wenn jemand eine komplizierte Operation hinter sich hat, etwa orthopädische oder urologische Eingriffe. Denn in diesen Fällen weiß man, dass es nach solchen Operationen, obwohl alles gut verlaufen ist, zu einer Häufung von Gerinnungsstörungen kommen kann. Daher gibt man prophylaktisch Präparate, um das Blut zu verdünnen, damit es nicht später zu einer Thrombose kommt. Das Gleiche gilt auch für Patienten während einer Chemotherapie, die eine entsprechende Vorgeschichte haben.
Was ist zu beachten?
Wichtig bei den neuen Medikamenten, die das Blut verdünnen, ist, dass sie täglich und regelmäßig eingenommen werden. Wenn man eine Pause macht, verändert sich die Blutgerinnung. Der zweite wichtige Punkt: Die meisten dieser Medikamente hängen etwas von der Nierenfunktion des Patienten ab. Daher muss man die Nierenfunktion überprüfen lassen; Sonst muss man die Dosis entsprechend reduzieren.
Vorsicht Wechselwirkungen
Auch kann die Einnahme von manchen Medikamenten oder Alkoholkonsum die Wirkung stören – sie verstärken oder abschwächen. Eine Verstärkung erhöht im Falle von Blutverdünnern das Blutungsrisiko, eine Abschwächung wiederum das Thromboserisiko. Vorsicht geboten ist etwa auch bei der gleichzeitigen Einnahme von bestimmten Kräutern, Vitamin-K-reichen Lebensmitteln oder Schwarzkümmelöl. Dieses hat Interferenzen mit einem speziellen Leberenzym. Daher kann es tatsächlich zu Störungen von Medikamentenwirkungen kommen – sowohl bei Blutverdünnern als auch mit Medikamenten, die den Blutzuckerstoffwechsel kontrollieren oder die die Blutplättchen daran hindern, miteinander zu verkleben. Daher ist es unumgänglich, vor der Einnahme mit einem Arzt oder einer Ärztin des Vertrauens abzuklären, ob es Interaktionen geben kann. Dieses Risiko wird häufig unterschätzt.
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