16. Mai 2026, 17.30 Uhr
Studiogespräch: ME/CFS – was tut sich?
Die meisten Menschen haben in der Corona-Pandemie erstmals von ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue Syndrom) gehört. Die Weltgesundheitsorganisation hat ME/CFS bereits 1969 als neurologische Erkrankung anerkannt, doch vieles blieb unklar. Heute weiß man, dass es sich dabei um eine schwere Multisystemerkrankung handelt, bei der das Immunsystem und das autonome Nervensystem durcheinandergeraten. Charakteristisch ist die Post-Exertional Malaise (PEM), eine massive Verschlechterung des Zustands nach minimaler Belastung. Während der innere Antrieb der Betroffenen bleibt, zwingt die körperliche Erschöpfung rund 25 Prozent in die Bettlägerigkeit. Einzige Hilfe bietet derzeit das „Pacing“, ein striktes Energiemanagement zur Vermeidung von Rückfällen.
ORF
Neue Studien untersuchen nun mögliche Therapieansätze. Trotz einiger Fortschritte fehlt es aber noch immer an medizinischer Versorgung, Anerkennung der Erkrankung und der gezielten Förderung von Forschung auf diesem Gebiet. ME/CFS sei ein äußerst drängendes gesundheitspolitisches Thema, appelliert der Neurologe Dr. Michael Stingl.