ORF
18. April 2026, 17.30 Uhr
Tropenzecken – die „blinden Passagiere“ der Zugvögel
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Die Zugvögel kommen aus ihren Winterquartieren zurück. Fünf Milliarden von ihnen sind jedes Jahr allein zwischen Europa und Afrika unterwegs. Mit im Gepäck haben sie Zecken. An sich nichts Ungewöhnliches, doch mit dem Klimawandel gelangen auch zunehmend exotische Arten nach Europa – wie die tropische Riesenzecke oder „Hyalomma“. Diese bringt Krankheitserreger, die es in Österreich bisher nicht gibt. Neben dem Zecken-Fleckfieber überträgt sie auch das Krim-Kongo-Fieber – eine virale Erkrankung, die tödlich verlaufen kann. Typisch für diese Zeckenart ist auch, dass sie aktiv auf die Jagd geht, während heimische Arten wie der „gemeine Holzbock“ auf ihre Beute warten.
Bisher wurden in Österreich nur vereinzelte Exemplare entdeckt, Fachleute befürchten jedoch, dass sich das ändern könnte. Auf einer Beringungsstation im Burgenland wird ein Teil der ankommenden Zugvögel von den Parasiten befreit. Bis zu fünf Zecken finden die Forscherinnen und Forscher pro Vogel. Im Labor der Universität Wien werden diese genau bestimmt und hinsichtlich ihrer Pathogene, also Krankheitserreger, untersucht.
Gestaltung: Nadine Maehs